Broken-Heart-Syndrom

    • Offizieller Beitrag

    Wer einen geliebten Menschen verloren hat oder von jemandem verlassen wird, kennt die Schmerzen eines "gebrochenen Herzens". Das sogenannte "Broken-Heart-Syndrom" ist tatsächlich ein medizinisches Phänomen, das bei starker emotionaler Belastung wie Trauer, Kummer und Stress auftreten kann.


    Das "Syndrom des gebrochenen Herzens", in medizinischen Kreisen auch "Takotsubo-Syndrom oder Stress-Kardiomyopathie" genannt, ist eine noch nicht vollständig erforschte Krankheit.Zunächst deutet alles auf einen Herzinfarkt hin: Menschen haben typische Symptome wie Engegefühl und Schmerzen in der Brust oder Atemnot. Selbst das Blutbild zeigt ein erhöhtes Aufkommen von bestimmten Enzymen – ein klassischer Hinweis auf einen Infarkt.


    Ausgelöst werden die Schmerzen durch starken emotionalen Stress. Zumeist werden emotionale oder körperliche Ausnahmesituationen als Ursache vermutet. Das kann der Tod eines Angehörigen sein, aber auch Liebeskummer oder körperliche Belastungen wie eine Operation. Besonders betroffen davon sind Frauen nach der Menopause. Wie dieses Syndrom genau entsteht und welche Mechanismen dafür verantwortlich sind, ist noch nicht vollständig geklärt. Besonders häufig betroffen sind Frauen nach der Menopause, nur zehn Prozent der Patienten sind Männer. Ob dies am veränderten Hormonhaushalt liegt, ist derzeit noch Gegenstand der Forschung. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen sind starke emotionale Ereignisse den Beschwerden vorausgegangen. Das kann die Trennung einer Beziehung oder der Tod eines geliebten Menschen sein; bei einem kleinen Teil der Betroffenen sind Auslöser auch besonders positive Emotionen. Man spricht dann vom "Happy Heart Syndrom".


    Besonders in der Frühphase des "Broken-Heart-Syndroms" ist die Gefahr von lebensbedrohlichen Komplikationen hoch. Daher ist eine Monitorüberwachung auf der Intensivstation angezeigt, um einen drohenden Schock oder schwerwiegende Herzrhythmusstörungen frühzeitig zu erkennen. Je nach dem auslösenden Ereignis kann auch eine psychologische Betreuung notwendig sein. Ist die Akutphase erstmal überstanden, ist die Prognose günstig: In der Regel bilden sich die Veränderungen am Herzmuskel innerhalb von wenigen Wochen vollständig zurück.


    Eine durch objektive Daten abgesicherte Therapie der Stress-Kardiomyopathie gibt es bisher nicht. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen sind jedoch zu neuen Erkenntnissen über die Erkrankung gelangt, die auch für die Behandlung relevant sein könnten. Demnach weisen Herzzellen von "Broken-Heart-Syndrom"-Patienten eine erhöhte Signalweiterleitung und eine gesteigerte Empfindlichkeit auf Stresshormone, sogenannte Katecholamine, auf. Diese zwei Mechanismen wurden von den Forschern als typisch für das "Broken-Heart-Syndrom" identifiziert. Auf Basis dieser Erkenntnisse soll nun die Wirkweise von verschiedenen Medikamenten auf die erkrankten Herzzellen weiter erforscht werden.

    "Gesundheit ist nicht die Abwesenheit von Störungen, sondern die Fähigkeit, mit ihnen umzugehen." (Marianne Fuchs)