Ruhe im Kopf - Quälende Gedanken loswerden

  • Wer kennt das nicht? Viele Menschen machen sich ständig über alltägliche oder schwerwiegende Probleme Gedanken und kommen überhaupt nicht zur Ruhe. Das ist oft kein Zeichen einer psychischen Erkrankung und doch belastend. Nicht selten sogar im Urlaub. Man liegt am Traumstrand um sich zu entspannen, doch schon nach wenigen Tagen fängt man an, sich in Grübeleien zu verstricken. "Was war? Was wird sein?" Das Kreisen um Vergangenheit und Zukunft kann uns sogar den lang ersehnten Urlaub verderben. Dass Grübeln weit verbreitet ist und nicht guttut zeigt z.B. die Studie der inzwischen verstorbenene Yale-Professorin Susan Nolen-Hoeksema. Dabei wurden Fragen eingesetzt die Menschen ins Grübeln bringen: "Denken Sie an Ihren Charakter und wie Sie gern sein möchten". Tatsächlich wurde auf diese Weise eine Gruppe von gesunden, jungen Studierenden innerhalb von acht Minuten dazu gebracht, ihre Zukunft düster und pessimistisch zu sehen. Offenbar genügt ein einziger grüblerischer, kritischer Gedanke um viele weitere zu wecken, die dann überhandnehmen. Der sog. "Hefeteig-Effekt des Grübelns".


    Die Beruhigung von Gedanken oder Sorgen und Befürchtungen vorbeiziehen zu lassen und nicht weiter zu beachten, gelingt meinst nicht ohne weitere Hilfsmittel. Techniken aus der Achtsamkeitsmeditation, zum Beispiel auch die Funktionelle Entspannung nach Marianne Fuchs tragen dazu bei, dass man den eigenen Gefühlen nicht mehr hilflos ausgeliefert ist. Grundsätzlich reicht es nicht aus, nur ein paar Übungen in den Alltag einzubauchen. Wichtg ist es vielmehr, sich beständig mehr Moment und Zeiten ohne Termine zu gönnen. Besonders Menschen, die ihr eigenes Handeln ständig hinterfragen und Sorge haben etwas falsch gemacht zu haben produzieren bei sich Stress und Hektik. Das gilt auch wenn man anderen Menschen immer gefallen will und ständig die Umgebung abscannt ob man etwas Blödes gesagt oder sich blamiert hat. Das schafft einen Nährboden für Gedanken in Endlosschleife. Dazu beschleichen uns zusätzlich Beruhigungs- oder Trostgedanken, die oft mit dem Grübeln einher gehen. "Bin ich häßlich?", "Warum geht es mir so schlecht?" werden typischerweise immer von Beruhigungsgedanken "Andere sehen noch häßlicher aus", "Dem geht es noch wesentlich schlechter als mir, also ist alles gut", begleitet. Solche Gedankenmuster auszuhalten und zu durchbrechen hinterlässt vermutlich ersteinmal Angst bei den Betroffenen, wird aber nach dem überstehen einer Durststrecke durchaus als entlastend empfunden.


    Als Partner eines "Grübelkandidaten" übernimmt man ja auch immer wieder den Beruhigungspart. Antworten wie "Du musst dir keine Sorgen machen", "Alles wird gut" können aber auch das Sorgensystem aufrechterhalten. Wichtig wäre hier nicht in das Pingpongspiel aus Sorge und Beschwichtigung mit einzusteigen. Sollte der Leidensdruck so hoch werden, dass der Alltag nicht mehr lebenswert ist, könnte das eventuell ein Alarmzeichen für eine medizinische Indikaton sein.


    Mit welchen Techniken und Übungen begegnet ihr dem Kopfkino?

    "Gesundheit ist nicht die Abwesenheit von Störungen, sondern die Fähigkeit, mit ihnen umzugehen." (Marianne Fuchs)