Körpererleben und Halt spüren

Funktionelle Entspannung-Koerpertherapie


Entspannen, nicht Entspannung

Den Kern der Funktionellen Entspannung bilden "Spielregeln". Diese bewirken, abhängig von der Empfindungsfähigkeit des Patienten eine direkte Veränderung, die sich in Druckausgleich, Schmerzverteilung und Schmerzableitung, Spannungsausgleich und Normalisierung der Funktionen ausdrückt. Das Bewegen und Wahrnehmen erfolgt in entspanntem Zustand im Sitzen, Liegen, Stehen oder Umhergehen, dem Atemrhythmus folgend.


Die Spielregeln

  1. Anreize (Bewegen/Spüren) werden in einer bestimmten Phase des Atemrhythmus gegeben.
  2. Weniger ist mehr. Nur 2-3 Wiederholungen.
  3. Danach nichts mehr tun, nachspüren.

Vorgehensweise

Im Erstkontakt wird auf körperliche Beschwerden, unangenehme Körperempfindungen, Kummer und Gefühle eingegangen. Dabei wird versucht, mit kleinen Bewegungsangeboten für möglichst symptomferne Bereiche, gesunde Körperanteile (wieder) verstärkt wahrnehmen zu lassen. Während der Arbeit liegt der Schwerpunkt nicht auf der Atmung, sondern auf der Wahrnehmung verschiedener Körperbereiche. Über diese Eigenwahrnehmung (Propriozeption), d.h. über differenziertes Spüren in den Körper, kommt es zu einem inneren Dialog mit sich selbst. Spürempfindungen, wie z.B. fest, eng, klein, unbeweglich, groß werden erlebt. Im weiteren Prozess wird versucht, äußeren Halt über den Boden oder eine Sitzgelegenheit, inneren Halt über das Skelett und die Wirbelsäule zu erspüren. Gelenkige Verbindungen und Körperräume werden bewusst wahrgenommen, die Haut wird als Grenze erfahrbar. Die Verbindungen von Körper (Empfindung) und Psyche (Gefühle, Gedanken) werden über die Sprache erlebbar. In vielen Redewendungen werden die Zusammenhänge zwischen Erleben, Körper und Organen deutlich: "Das schlägt sich mir auf den Magen - da kommt mir die Galle hoch - das geht mir an die Nieren - sich etwas zu Herzen nehmen - sich den Kopf zerbrechen - den kann ich nicht riechen".


Ziel ist durch spezielle minimalen Bewegungen einzelner Gelenke und bewusstem Atmen, Prozesse auf der körperlichen Ebene auszugelösen, die sich auf die Psyche auswirken und innere Blockaden lösen. Es gibt keine festgelegten Übungen, sondern diese werden individuell mit der zertifizierten Fachkraft auf die Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt und erfolgen in unterschiedlichen Körperregionen mit dem Ziel den "Eigenrhythmus" zu finden.