Suizid in der Schule

  • Hier einige Infos für das Verhalten in der Schule nach einem Suizid


    Informationen

    -nach innen (Lehrer, Schüler), 1. Tag

    • Die Schulleitung verfasst eine schriftliche Information als Orientierung für die Klassen, z. Hd. der Lehrer/innen (s. Vorlage*)

    • Die Schulleitung informiert die gesamte Lehrerschaft

    • Die Schulleitung bespricht mit dem/der Klassenlehrer/in, wann/wie die betroffene Klasse am besten informiert wird

    • Alle Klassen sollen bis zur großen Pause informiert sein


    -nach außen (Eltern, Presse), 2./3. Tag

    • Es findet keine Information nach außen statt vor Kontaktaufnahme mit den betroffenen Eltern

    • Die Arbeitsgruppe verfasst eine schriftliche Orientierung (s. Vorlage) an die Eltern (betroffene Klasse; evtl. andere Klassen). Diese wird den Schülern z. Hd. der Eltern gegeben.

    • Anfragen der Presse beantworten nur der Schulleiter oder der Präsident der Schulkommission, mit Hinweis auf Richtlinien für die Medienberichterstattung, evtl. unter Einbezug des Psychiaters.


    Kontakte mit den betroffenen Eltern

    Schulleiter oder Präsident der Schulkommission suchen wenn möglich die betroffenen Eltern auf und besprechen die Orientierung der Eltern, Besuche im Spital, bzw. Besuch der Beerdigung durch die Schüler, bzw. Miteinbezug der Schüler, etc.


    Liste der Stellen und Personen, die weiter einbezogen werden können

    • Pfarrer/in, Seelsorger/in

    • Erziehungsberatung/Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst


    Unterstützung der Klasse/Schüler

    • Für die betroffene Klasse wird eine Sonderstunde unter Einbezug einer Fachperson reserviert.

    • Die Schüler werden orientiert, dass sie auf Wunsch mit einer Fachperson sprechen können.

    • Die Lehrer der betroffenen Klasse besprechen sich mit einer Fachperson.

    • Die Lehrer erhalten eine schriftliche Orientierung bezüglich Gefahrenzeichen bei Schülern.

    • Die Lehrer werden orientiert, dass sie auf Wunsch mit einer Fachperson sprechen können. (Siehe Anhang: Richtlinien für Gespräche und Sonderstunden mit Schülern/Klassen.)


    Abwägen der Prioritäten

    Die Schulleitung, unter Einbezug der Mitglieder der Arbeitsgruppe, entscheidet über Zeitpunkt und Dauer von Sonderstunden, zum Beispiel Besuch des Aufbahrungsortes, der Beerdigung, oder andere besondere Maßnahmen. Das Ziel ist, der Verarbeitung des traumatischen Ereignisses genügend Raum und Gewicht zu geben, dabei aber größere Unruhe im Schulbetrieb zu vermeiden.


    Richtlinien für die Begegnung mit der Trauerfamilie

    Es ist angezeigt, dass die Schulleitung und betroffene Lehrkräfte die Trauerfamilie besuchen und ihr emotionale Unterstützung anbieten. So besteht die Möglichkeit, falls die Familie dies wünscht, Informationen an die Schule oder an die Klassenkameraden weiter zu geben. Die Familie kann helfen, Freunde und Geschwister zu identifizieren, die andere Schulen besuchen. Familien fühlen sich meist isoliert und stigmatisiert. Es ist wichtig, ihnen zu zeigen, dass man sie ernst nimmt. Der Familie muss mitgeteilt werden, was die Schule für die Nachsorge in der Klasse plant. Mit den Eltern sollte im richtigen Zeitpunkt auch besprochen werden, wie sie Gegenstände ihres verstorbenen Kindes von der Schule nach Hause holen können. Vielleicht möchten sie es allein tun, vielleicht möchten sie es Dritte für sie tun lassen und vielleicht möchten sie es gemeinsam mit dem Lehrer tun. Es wäre auch gut, den Eltern Hinweise zu geben, wo sie professionelle Hilfe für sich holen können.

    Dateien

    "Gesundheit ist nicht die Abwesenheit von Störungen, sondern die Fähigkeit, mit ihnen umzugehen." (Marianne Fuchs)